Chemie/Öltanklager

Aufgabenstellung: Ein Tanklager mit 14 Hochtanks sollte komplett über SPS gesteuert und zentral überwacht werden. Alle Tanks haben eine Füllstandsmessung mit Überfüllsicherung, Leckageüberwachung, elektrische Ein- und Auslagerungsschieber und Temperaturmessungen. Desweiteren gibt es 2 Einlagerungs- und 6 Auslagerungspumpen sowie 6 Abfüllbühnen mit Erdungstestgeräten, Magnetventilen und anderen speziellen Sicherheitskomponenten. Die Mengenerfassung beider Auslagerungen wurde mittels zoll- und eichrechtlich zugelassenen Geräten durchgeführt. Freigaben und Abschaltungen sollten jedoch über die SPS realisiert werden. Als SPS war die Simatic-S5-135 U vorgeschrieben.

Realisierung: Wir haben ein Profibus-Netz aufgebaut, um den Verkabelungsaufwand möglichst gering zu halten. Mittels ET 200-Baugruppen wurden folgende Gruppen örtlich zusammengeführt: Einlagerung von der Schiene, Einlagerung vom Schiff, Auslagerung, Tankfelder 1..3, Auslagerungspumpenplatte und Zentrale. Die Tankinhalte und -temperaturen wurden analog erfaßt und die dafür benötigten Sensoren auf Drahtbruch und Kurzschluß überwacht. Als "Abfallprodukt" der Füllstandserfassung wurden auch die Überfüllsicherungen generiert. Alle Auslagerungspumpen wurden so flexibel gesteuert, daß jede von ihnen Produkt aus jedem Tank zu jeder Abfüllbühne fördern kann. Eine Zuordnung Pumpe-Tank-Bühne kann vom Bediener über ein Operator-Panel vorgewählt werden. Ebenfalls am Operator-Panel werden auch alle Stör- und Betriebsmeldungen ausgegeben, ein angeschlossener Meldedrucker sorgt für eine dauerhafte Dokumentation. Bei der Realisierung des Gesamt-Projektes wurden sämtliche Auflagen und Vorschriften der entsprechenden Behörden bzw. Gesetze erfüllt, z.B. WHG, TÜV, Feuerwehr, BImSchG, Explosionsschutz u.s.w.

Chemie/Rezepturverwaltung für Farbmischanlage

Aufgabenstellung: Vier identische Farbmischanlagen sollen über ein Rohstofflager versorgt werden. Es sollen verschiedene Grundrezepturen auf 2 identischen PC's zur Verfügung stehen, die durch den Mitarbeiter vor Ort parametriert (Mengen, Zeiten, Verhältnisse, Temperaturen) werden. Außerdem soll es für Schichtleiter möglich sein, selber Rezepte über bedienerfreundliche Masken zu erstellen. Plausibilitätsprüfungen vor Start einer Rezeptur sollen das Ausführen von Prozessen verhindern, die z.B. mehr Rohstoffe benötigen, als im Lager vorhanden sind. Alle Produktionsdaten sollen in einer Datenbank erfaßt und dauerhaft gespeichert werden. Eine spätere Anbindung an das SAP-Betriebssystem soll als Option vorgesehen werden, um dann eine automatische Rohstoff- und Halbfertigerzeugnislagerführung zu ermöglichen.

Realisierung: Es wurde eine Simatic S7-300-SPS mit 318er CPU eingesetzt. Mit einem Profibus-DP-Netz mit 7 angeschlossenenen ET-200 wurde die Ein- und Ausgangsebene versorgt. Über MPI-Schnittstelle wurde ein OP 17-Panel mit angeschlossenem Drucker als Vor-Ort-Störmeldesystem integriert. Auf der PC-Seite wurde ein WINCC-Server konfiguriert, der den Datenaustausch zur SPS ebenfalls über Profibus sicherstellt. An diesem Server wurden über eine LAN-Verbindung zwei Clients angeschlossen für die Mitarbeiter vor Ort.
Damit wurde sichergestellt, daß zu jeder Zeit auf jedem Rechner die gleichen Daten angeboten werden. Bei Ausfall eines Clients kann jederzeit mit dem anderen weitergearbeitet werden. Als Datenbank ist MS-Access eingesetzt worden, weil der automatische Datentransfer zur WINCC vollkommen problemlos läuft. Mit MS-Visual-Basic wurden die Masken für die Dateneingabe und Rezepturverwaltung entwickelt. Mit WINCC werden selbstverständlich auch die Störungen und Betriebsmeldungen gehandelt, Trends für die Analogwerte sind ebenfalls vorhanden

Chemie/Reinigung von kontaminierten Behältern

Aufgabenstellung: In einem Chemielager existieren 7 Behälter-Reinigungsanlagen für unterschiedliche Behältergrößen und verschiedene Chemikalien. Neutralisierungsprozesse Spülintervalle und -zeiten sowie das Öffnen und Schließen von diversen Ventilen wurde bisher manuell gesteuert. Diese Aufgaben sollten von nun an von jeweils einer SPS in Verbindung mit einem kleinen Display zur Auswahl eines Spülprogrammes und zur Vorgabe von Zeiten übernommen werden.

Realisierung: Ziel war, die bisher verschiedenen Bedienphilosophien der 7 Anlagen zu vereinheitlichen. Dazu wurde jede Anlage mit derselben FXON-SPS und demselben MAC-Operatorpanel der Mitsubishi GmbH ausgestattet. Zuerst haben wir die Gemeinsamkeiten der Prozeßabläufe analysiert, um dann eine einheitliche Bedienstruktur für den Anwender zu schaffen. Bisher mußten z.B. zum Starten der Spülvorgänge an den verschiedenen Anlagen auch verschiedene Hebel und Knöpfe bedient werden, heute muß dazu nur noch überall die gleiche Funktionstaste gedrückt werden. Spülzeiten werden jetzt über das Display eingegeben, vorher erfolgte dies über Potentiometer, Zeitrelais oder Schaltuhren. Ein weiterer Vorteil der neuen Technik ist auch die Möglichkeit, einen Drucker anzuschließen, um im Rahmen eines Qualitätsmanagements die Spülvorgänge zu dokumentieren.